Patientensicherheit am UKM

Das UKM ist Mitglied des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS). Weitere Informationen für Patienten und Angehörige zur Patientensicherheit im Krankenhaus finden Sie in der Patienten-Broschüre "Sicher im Krankenhaus" oder auf den Seiten des Aktionsbündnisses im Bereich Patienteninformationen.

Prävention

Das Erkennen von frühzeitigen individuellen Risiken ist im Rahmen der Präventionsarbeit am UKM ein besonderes Anliegen. Dabei ist die Sicherheit der Patienten im Fokus. Durch die Einleitung vorbeugender Maßnahmen können die individuellen Risiken gehändelt werden.

Wundliegen

Das Wundliegen stellt im Krankenhaussetting insbesondere für bettlägerige Patienten und Menschen mit einer eingeschränkten Mobilität ein großes Risiko dar. Wir am UKM haben zur Vermeidung des Wundliegens mehrere Präventionsmaßnahmen eingeleitet. Zum einen findet eine regelmäßige systematische Risikoeinschätzung für jeden Patienten bei der Aufnahme statt und wird im Verlauf des Krankenhausaufenthaltes strukturiert überprüft und analysiert. So besteht die Möglichkeit, ein Druckgeschwür (Dekubitus) als Folge des Wundliegens zu vermeiden. Dazu ergänzend arbeiten im UKM klinikübergreifende Pflege- und Kinäesthetikexperten, die besonders bei gefährdeten Patienten eine enge Betreuung und Behandlung bieten, ebenso wie die spezielle Beratung der Pflegefachkräfte bei schwierigen Verläufen. So können durch den Einsatz von Mobilisations- und Lagerungstechniken als Präventionsmaßnahme ein schwieriger Verlauf vermieden, oder gar ganz ein Wundliegen verhindert werden. Liegt dann doch ein hohes Risiko für ein Druckgeschwür vor und ein langer Krankheitsverlauf ist absehbar, nutzt das UKM spezielle druckverteilende Matratzen. Auch so kann bereits vor dem Entstehen eines Druckgeschwürs Prävention betrieben werden.

Sturzrisiko

Ein Sturz ist in keiner Situation ein erwünschtes Ereignis. Insbesondere im Krankenhaussetting besteht jedoch durch begünstigende Faktoren (Vorerkrankungen, Muskelschwund etc.) und möglicherweise eine Operation mit der Schwächung des Gleichgewichts oder des Muskelapparats ein erhöhtes Sturzrisiko. Um dieses Risiko zu erfassen, werden bei der Aufnahme von Patienten bereits auf der Grundlage der zuvor durchgeführten individuellen Risikoeinschätzung Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen geplant und durchgeführt. Dabei soll das Sturzrisiko auf das Minimum reduziert werden. Diese Maßnahmen sind immer in Abstimmung mit Ihnen als Patienten sowie ihren Angehörigen abgestimmt. Hinzu erhalten Sie mehrere Tipps zur Sturzvermeidung im Alltag.

Schmerzmanagement

Schmerz ist ein „unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit einer tatsächlichen oder drohenden Gewebsschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird.“ So definieren die Experten der International Association for the Study of Pain (ISAP) das Schmerzerleben. Schmerzen lassen sich jedoch bei medizinischen Eingriffen nicht gänzlich vermeiden. Durch ein gelebtes und gezieltes Schmerzmanagement am UKM ist eine deutliche Linderung der Schmerzen möglich. Dabei arbeitet das multiprofessionelle Team Hand in Hand und durch interdisziplinäre Besprechungen, Visiten und Zusammenarbeit mit der Anästhesie bietet es viele verschiedene Facetten der Schmerztherapie. Dazu arbeiten auf den jeweiligen Stationen ausgebildete Schmerz-Pflegeexperten, die durch die direkte Nähe zu dem Patienten eine tiefere Verbindung aufbaut und als Ansprechpartner fungiert.

Hygiene

Hygiene ist im Krankenhaus unerlässlich und die absolute Grundvoraussetzung, welche durch Leitlinien und Hygienestandards eine Basis für die Patientenversorgung darstellt. Dabei arbeitet die Hygieneabteilung eng mit dem Zentralen Qualitäts- und klinischen Risikomanagement zusammen, um die Patientensicherheit zu gewährleisten. Weitere Informationen zur Hygiene finden Sie hier.

Patientensicherheit

OP-Checkliste

Um unseren Patienten im OP-Bereich eine noch höhere Sicherheit zu bieten, wendet das UKM im Rahmen von operativen Eingriffen bei jedem Patienten die OP-Sicherheitscheckliste nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an. Mit der Sicherheitscheckliste werden bei jeder Operation alle sicherheitsrelevanten Aspekte, die den Patienten gefährden könnten, strukturiert überprüft und erfasst und zwar vor der Narkose, vor dem ersten Schnitt und vor Verlassen des Operationssaals. Hierdurch werden mögliche Risiken oder Unstimmigkeiten frühzeitig erkannt und entsprechende Vorbeugemaßnahmen können noch vor Operationsbeginn bzw. vor der Narkoseeinleitung rechtzeitig ergriffen werden.

Identifikation von Medizinprodukten

Um die Patientensicherheit um Umgang mit Medizinprodukten wie Instrumente, Geräte, Implantate, Nahtmaterial und Verbandmittel zu gewährleisten, ist eine genaue Identifizierung der Produkte unerlässlich. Durch die umfangreiche Dokumentation der Verwendung solcher Produkte während der Behandlung ist eine Rückverfolgung und ein späteres Auffinden der Medizinprodukte möglich. Das UKM verfügt über eine elektronische Patientenakte, die eine digitale Dokumentation der patientenrelevanten Daten ermöglicht. Zudem gibt der Gesetzgeber vor, dokumentationspflichtige Implantate in einem Implantateregister zu melden und zu dokumentieren. Dies ist elementar und hat im UKM mittels digitalen und strukturierten Prozessen einen hohen Stellenwert. 

Patientenarmband zur Identifikation

Die Identifizierung eines Patienten hat in einem Krankenhaussetting eine besondere Bedeutung. Eingriffsverwechslungen oder Patientenverwechslungen können weitreichende Folgen haben und stellen eine der größten Sorgen von Patienten im Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt und einem möglichen chirurgischen Eingriff dar. Das UKM ist für diese Thematik sehr sensibel und hat mehre Maßnahmen zur Vermeidung von Verwechslungen jeglicher Art getroffen, wie u.a. die OP-Checkliste (oben beschrieben) und die Identifizierung der Patient*innen mittels einem Patientenarmband. Dabei ist das Patientenarmband mit einem Aufdruck der Daten des Patienten und einem zuvor individuell für den Patienten erstellten Barcode die Grundlage für die Vermeidung von Verwechslungen und findet seit Jahren im UKM erfolgreiche Anwendung. Das Patientenarmband wird nicht nur für chirurgische Eingriffe verwendet, sondern ist für jede Patientin und jedem Patienten bestimmt. So kann die eindeutige und sichere Patientenidentifikation auch bei der Medikamentengabe oder für kleinere Eingriffe durchgeführt werden.

Team-Time-Out

Mittels einem sogenannten „Team-Time-Out“ werden im eigentlichen Sinne in der Anästhesie vor einer Operation mittels einer kurzen gesonderten Checkliste die Patientendaten überprüft, Patienten identifiziert und der Eingriffsort lokalisiert und bestätigt. Somit wird neben der OP-Checkliste und der Patientenidentifikation mittels Patientenarmband (siehe oben) eine weitere Maßnahme zur Vermeidung von Verwechslungen umgesetzt. Im UKM wird zudem eine weitere Art des „Team-Time-Out“ praktiziert. Dabei werden täglich kurze Teambesprechungen mit allen behandelnden Professionen einberufen, wobei aktuelle Themen den Patienten betreffend besprochen und Neuigkeiten, neue Befunde oder Therapiemaßnahmen ausgetauscht und ergänzt werden. Dies findet insbesondere in intensivmedizinischen Bereichen statt. Somit können wichtige Inhalte an alle beteiligten Berufsgruppen interdisziplinär weitergegeben werden, um Wissenslücken zu schließen und einen einheitlichen Behandlungsplan zu verfolgen. So wird der Behandlungsplan einer Patientin oder eines Patienten transparent für die behandelnden Personen gestaltet und das Risiko von Doppel- oder Fehlbehandlungen kann durch eine offene Kommunikation niedrig gehalten werden. Ein Team-Time-Out kann auf jeder Station für jeden Patienten individuell angepasst werden, um spezielle Gegebenheiten mit aufzunehmen und die Individualität zu berücksichtigen.

Medikation

Im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes sind Medikamente von zentraler Rolle. Dabei ist es elementar, die Medikamente sicher und regelrecht verordnet und falls nötig auch verabreicht werden. Dieses Vorgehen ist jedoch ein komplexes System mit vielen beteiligten Professionen. Die Medikamente werden am UKM mithilfe einer gesonderten Software bestellt und aufgrund der elektronischen Patientenakte ist eine klare und deutliche Anordnung der Medikamente möglich. Somit werden unklare schriftliche Anordnungen und mögliche Fehlinterpretationen durch die digitale Anordnung verhindert und Verwechslungen etc. können vermindert werden. Innerhalb der Bestellungssoftware ist auch eine Prüfung der Medikamente auf Wechselwirkungen und Nebenwirkungen möglich und der aktuellste Stand des internationalen, pharmakologischen Wissens wird gewährleistet. In intensivmedizinischen Bereichen mit einer hohen Anzahl an Medikamentengaben und komplexen Medikamenten ist ein Stationsapotheker vor Ort, um die Ärzte und Pflegefachkräfte vor Ort auf dem direkten Weg zu unterstützen.

Digitalisierung

Die Digitalisierung nimmt in den letzten Jahren an großer Bedeutung zu und findet sich stetig im Gesundheitssektor wieder und wird auch hier vorangetrieben. Auch das UKM treibt die Digitalisierung voran und arbeitet auch am Patienten mit digitalen Hilfsmitteln. Eine elektronische Patientenakte verknüpft mit allen wichtigen Funktionsbereichen für eine schnelle und zielgerichtete Kommunikation, digitale Menüerfassung, Navigation auf dem UKM-Gelände und die digitale Medikamenten- und Medikalproduktebestellung und ein den Nexus Curator, der als Online-Datenbank die Dokumentenlenkung und –strukturierung im gesamten UKM beinhaltet, sind nur einige Themen, die die Digitalisierung vereinnahmen. 

 
 
 
 

Zentrales Qualitäts- und Klinisches Risikomanagement (ZQRM)

Weitere Informationen zum Qualitätsmanagement am UKM und Ihre Ansprechsprechpartner des Zentralen Qualitäts- und klinischen Risikomanagements finden Sie hier.